
5 günstige Möglichkeiten, Postgres in 2026 zu hosten
Jonas ScholzGünstiges Postgres Hosting heißt nicht immer das Gleiche. Es kommt drauf an, was du wirklich kaufst.
Ein kleiner VPS kann billig sein, wenn du Postgres gerne selbst betreibst. Eine Managed Database für 19 EUR kann günstiger sein, wenn sie dir Backup-Skripte, Monitoring-Gebastel, SSL-Setup, Restore-Tests und den gelegentlichen Sonntagsstress erspart.
Hier sind fünf günstige Möglichkeiten, Postgres in 2026 zu hosten, von komplett selbst gemacht bis Managed.
Schnellvergleich
| Option | Startpunkt | Am besten für | Achte auf |
|---|---|---|---|
| Sliplane Managed Postgres | ab 19 EUR/Monat, 10 GB inklusive | kleine Teams, die eine Production Database ohne DB-Ops wollen | weniger Hyperscaler-Config |
| Hetzner Cloud + Docker Postgres | günstige VM, self-managed | Entwickler, die ihren Server selbst betreiben wollen | Backups, Updates, Security, Monitoring und Restores gehören dir |
| Supabase | Free Plan, danach Pro ab $25/Monat plus Compute | Apps, die Postgres plus Auth, Storage, Realtime und APIs wollen | Billing ist Plattform-Billing, nicht nur Database Hosting |
| Render Postgres | Free Database für Tests/Dev; Paid Plans für Production | Teams, die ihre Apps schon auf Render hosten | Free Database ist keine ernsthafte Production-Option |
| DigitalOcean Managed Databases | Basic PostgreSQL Plans starten bei ca. $13/Monat | kleine Teams, die schon DigitalOcean nutzen | solider Value mit PITR, aber US-Vendor-Fit zählt |
1. Sliplane Managed Postgres
Sliplane Managed Postgres ist Managed PostgreSQL für Teams, die einfach langweilig gutes Production Postgres wollen.
Sliplane ist ein deutsches Unternehmen aus Berlin. Managed Postgres ist in Deutschland, den USA, Finnland und Singapur verfügbar. Jede Datenbank enthält automatische Point-in-Time Recovery, SSL standardmäßig, automatische Security Updates, integrierte Metrics und Logs, kostenlosen Egress, API Access und die ersten 10 GB Storage.
Der Starter Tier in Deutschland beginnt bei 19 EUR/Monat zzgl. MwSt. Dafür bekommst du 1 vCPU, 1 GB RAM und 10 GB inkludierten Storage. Du kannst ohne Downtime resizen, also klein starten, beobachten und erst dann hochskalieren, wenn du es wirklich brauchst.
Der Vorteil ist der Fokus. Sliplane will keine komplette Backend-Plattform sein. Es geht um die Basics, die in Production einfach sitzen müssen: Backups, Restores, SSL, Monitoring, planbare Preise, keine Egress-Überraschungen und ein kurzer Weg von "Datenbank erstellen" zu "App deployen".
Nimm Sliplane, wenn:
- du langweilig gutes Production Postgres ohne Database Ops willst.
- du PITR, SSL, Metrics, Logs und Egress auf jedem Tier inklusive willst.
- du planbare Preise ohne Hyperscaler-Abrechnung willst.
- deine Apps schon auf Sliplane laufen oder App Hosting und Datenbank nah beieinander sein sollen.
Nimm etwas anderes, wenn:
- du Supabase-artige Auth-, Storage-, Realtime- und API-Features willst.
- du Serverless Branching oder Scale-to-zero brauchst.
- du eine große Enterprise-Datenbankplattform mit jedem möglichen Knopf brauchst.
2. Hetzner Cloud + Docker Postgres
Hetzner Cloud ist oft der günstigste ernsthafte Weg, um einen Postgres Server in Europa zu betreiben. Hetzner ist ein deutscher Infrastruktur-Provider mit Cloud Locations in Deutschland, Finnland, Singapur und den USA.
Wichtiger Punkt: Das ist kein Managed Postgres. Du mietest Compute. Postgres installierst und betreibst du selbst, meistens mit Docker, System Packages oder Docker Compose.
Das kann für Side Projects, Prototypen, interne Tools und Leute mit Linux-Erfahrung ein sehr guter Deal sein. Es kann aber auch zur Falle werden, wenn die Database wichtig ist und niemand Backups, Restores, Updates, Firewall-Regeln, Monitoring, Disk Alerts und Security Patches wirklich besitzt.
Nimm Hetzner + Docker Postgres, wenn:
- der niedrigste Infrastrukturpreis wichtiger ist als Komfort.
- du Linux und Postgres selbst administrieren kannst.
- du einen echten Backup- und Restore-Plan hast.
- Downtime nervig, aber nicht geschäftskritisch wäre.
Eher nicht, wenn:
- du Managed Backups und Point-in-Time Recovery out of the box willst.
- du Disk, RAM, CPU und Postgres Health nicht selbst monitoren willst.
- Verfügbarkeit sehr wichtig ist und du kein HA-Setup designen willst.
3. Supabase
Supabase ist eine Backend-Plattform rund um Postgres, nicht nur ein Managed-Postgres-Host.
Genau deshalb ist Supabase stark. Es passt gut, wenn du Postgres zusammen mit Auth, Storage, Realtime, Row-Level-Security-Workflows, generierten APIs, Edge Functions und einem guten Dashboard willst. Für Produktteams, die diese Integrationen wirklich nutzen, spart das viel Glue Code.
Der Tradeoff: Du kaufst eine Plattform. Wenn du nur langweiliges Production Postgres brauchst, ist Supabase oft mehr Produktfläche als nötig. Auch die Abrechnung ist nicht nur ein Datenbank-Tier, sondern Pläne, Quotas, Usage, Compute Choices und Add-ons.
Nimm Supabase, wenn:
- du Postgres plus Auth, Storage, Realtime und APIs willst.
- Row Level Security und Dashboard Workflows zentral für deine App sind.
- dir die integrierte Developer Experience wichtiger ist als ein minimales Datenbankprodukt.
Nimm etwas anderes, wenn:
- du nur eine langweilig gute Production-Datenbank willst.
- du eine möglichst einfache Postgres-Rechnung willst.
- du keine plattformspezifischen Features um die Datenbank herum willst.
4. Render Postgres
Render Postgres ist eine naheliegende Managed-Postgres-Option, wenn deine App schon auf Render läuft.
Render hat eine gute Product Experience. App und Datenbank am selben Ort zu erstellen ist einfach, und der Free Tier ist nützlich für Development, Demos und Experimente. Für Production ist die kostenlose Datenbank aber bewusst limitiert, also solltest du die Paid Plans als eigentlichen Vergleich nehmen.
Der Tradeoff sind Value und Fit. Render ist angenehm, aber nicht besonders günstig, sobald du über sehr kleine Projekte hinausgehst. In unseren eigenen Tests war Latenz nicht die stärkste Seite der Experience, also solltest du für Production aus deiner echten Region und mit deinem echten Workload benchmarken.
Nimm Render, wenn:
- deine App schon auf Render läuft.
- du eine einfache App-plus-Datenbank-Plattform willst.
- dir Product Experience wichtiger ist als der niedrigste Preis.
Nimm etwas anderes, wenn:
- deutsche Company- oder Vendor-Residency wichtig ist.
- du größere Datenbankpläne sehr günstig brauchst.
- Datenbanklatenz hohe Priorität hat und du sie noch nicht gebenchmarkt hast.
5. DigitalOcean Managed PostgreSQL
DigitalOcean Managed PostgreSQL ist eine solide, langweilige Cloud-Database-Wahl. Das ist als Kompliment gemeint.
DigitalOcean ist leichter zu verstehen als die Hyperscaler, hat praktische Regionen inklusive Frankfurt und kann für kleine Teams ein guter Deal sein. Point-in-Time Recovery ist verfügbar, ohne direkt in Enterprise Pricing zu rutschen, also konkurriert es gut mit anderen einfachen Managed-Postgres-Produkten.
Der wichtigste Haken ist Vendor Fit. DigitalOcean ist ein amerikanisches Unternehmen und damit weniger attraktiv, wenn deutsche oder europäische Vendor-Residency ein hartes Kriterium ist. Außerdem ist es eine allgemeine Cloud-Plattform, kein Postgres-fokussiertes Produkt.
Nimm DigitalOcean, wenn:
- deine Infrastruktur schon auf DigitalOcean läuft.
- du eine praktische Managed Database mit PITR willst.
- du einfache Cloud-Preise lieber magst als AWS-Komplexität.
Nimm etwas anderes, wenn:
- deutsche oder europäische Vendor-Residency wichtig ist.
- du Postgres nah an Sliplane-gehosteten Apps willst.
- du einen Provider willst, der sich speziell auf Managed Postgres fokussiert.
Welche günstige Postgres Option solltest du nehmen?
| Wenn dir am wichtigsten ist... | Nimm |
|---|---|
| einfaches Managed Postgres für kleine Teams | Sliplane |
| niedrigster reiner Infrastrukturpreis | Hetzner + Docker Postgres |
| kostenlose Dev Database plus Backend Features | Supabase |
| App und Database auf Render | Render Postgres |
| günstige Managed Database auf einer klassischen Cloud | DigitalOcean |
Meine Faustregel: Self-hoste Postgres, wenn du lernst, prototypst oder hart auf Infrastrukturkosten optimierst. Nimm Managed Postgres, wenn die App wichtig ist und du nicht willst, dass Database Maintenance zum zweiten Produkt wird.